Spielt das überhaupt eine Rolle?

1. August 2009

Einem Trainee wird am Tag X auf Nachfrage versichert, dass es sich keine Sorgen um die Fortsetzung seines Vertrages machen brauche, die Entlassungen im Hauptbüro beträfen die Niederlassung überhauptgarnicht – 3 Tage später konnte er zum Arbeitsamt traben.

Zyniker könnten jetzt anmerken: Immerhin!

 – Dit stimmt allerdings auffallend – da hat der Trainee quasi Glück gehabt,ein Festvertrag ist ja recht selten in meiner Branche – typischerweise geht der Weg für die freien Mitarbeiter nach der Freistellung direkt zum Jobcenter – gut das es das Gesetz gegen Scheinselbständige gibt!!!! Mensch, in welcher Schublade liegt das noch gleich … 

Auszüge aus Diskussionen im privaten Bereich:

1. Ich solle konstruktiver an die Sache ran gehen – dit ist mit ner Megawut im Bauch etwas schwer, ich werde dran arbeiten!

2. Ich solle auch die Chef-Position bedenken – dit tu ich, ich arbeite in leitender Postion, „direkt dem GF unterstellt“ wie es so schön heißt, selbst wenn die Chefs ihre Angestellten dumm und träge finden, ein menschlich-zivilisiertes Arbeitsklima ist möglich! – ChefInnen – wozu hat man Euch studieren lassen! 

Ooops – röööchtöööööchhhhhh – dit lernt man im Studium gar nicht!!! 


Neue Idee: STUDIENREFORM
 
ist doch  gerade eine aktuelle Trendsportart

Da könnte ich doch mit auf den Zug aufspringen und mal ein sinnvolles (sry, Polemik kann ich mir gerade nicht verkneifen!) Thema in die EU-Bachelor-Master-wir-machen-alles-viel-besser-Diskussion einbringen:
Ein Pflichtfach „Personalführung“ UND ein weiteres „Arbeitnehmer-rechte und Pflichten“ – Abgekürzt vielleicht „PF“ und „AuP“ – wobei das ist eventuell phonetisch verwechselbar mit dem genervten „pfffffft“ von bereits desillusionierten Leuten oder dem „autsch“ wenn Rechte und Pflichten eins auf’s Dach kriegen  – hat jemand bessere Vorschläge?

Wie sieht das eigentlich aktuell an den Unis und FHs und THs und Watt-weiß-ich-Hs aus??? Lernt ihr so was???

Und spielt das in den Parteiprogammen eine Rolle? Das ist doch mal ein Wahlkampfthema ! Was sagen denn die Parteien zu diesem Thema??? Werde mich mal informieren!!! (Hey - dit ist doch vollkonstrukiv!) Liest das gerade ein Parteimitglied? Hat Dein Verein eine Meinung dazu??? Schreib doch  mal …

Hach! Da fallen mir doch gleich noch n paar konstruktive Sachen ein – aber dazu demnächst mehr – ich muss jetzt einkaufen.
Für ein 3€-Abendessen mit ein paar Freunden – lowbudget, vorbereitend für mögliche Dellen in meiner Karriere!

Und da will ich heute auch noch hin: www.thewhitemarket.com - jetzt aber huschhusch unter die Dusche …


Theater ist bullshit!

21. Juli 2009

Ich hab den Tee so was von auf!

Hab in den letzten Wochen immer wieder von Leuten Sachen gehört – unglaublich! Nicht nur in Architekturbüros, aber auch da. 

Und ich habe keinen Bock mehr ´n Theaterstück zu schreiben. Hab nur noch Bock rein zu schlagen! Ich bin mega aggressiv. Will ne Truppe harter Jungs aus Neukölln holen –– Ej! Egal! Wenn die in Cburg oder im Prenzelberg zu finden sind – auch die nehm’ ich!!!! –– und mit denen loszieh’n und draufhauen (Jo M., Du hast Recht: Druff mit de Batty!) 

Nein … mache ich natürlich nicht … aber mir fällt langsam nix anderes mehr ein … es ist ja auch kein Geheimnis, das läuft ja alles so offen ab … und die Opfer wehren sich nicht … wie so oft im Leben. 

Welche Laus mir über die Leber gelaufen ist??? Na, so eine zum Beispiel: 

- Morgens nach einem Tag Urlaub kommt AN 1 (Arbeitnehmer Nummer 1) ins Büro. Die Sekretärin überreicht die Kündigung, der Tisch ist bereits frei geräumt, der Chef seit „heute“ im Urlaub. Soweit so schlecht. Der Resturlaub würde ein sofortiges Nachhausegehen erlauben. Die Sekretärin erläutert, dass der Chef erwartet, dass das Projekt selbstverständlich noch abgeschlossen wird … 

- AN 2 soll seinen Nachfolger per Anzeige suche, definitiv nicht sein Aufgabengebiet. Dennoch er veröffentlicht in Abstimmung mit seinem Vorgesetzten eine Anzeige. Nach 3 Wochen wird er angefahren, warum er noch immer keinen Nachfolger gefunden habe … 

- Die Sekretärin aus dem Büro von AN 3 bestimmt den Tagesrhythmus, die Terminfolge, den Zeitpunkt wann Briefe rausgehen, Telefonanrufe angenommen werden … auch wenn niemand im Büro diesen Takt gebrauchen kann. Personalgespräche – Fehlanzeige! 

- Der Chef von AN 4 weigert sich kontinuierlich die Präsentationen anzusehen. Immer genau 3 Tage vor dem Abgabetermin erscheint er, grundlegende Änderungen die 3 Tage Nachtarbeit für das Team (3 bis7 Personen) bedeuten. Seit mehr als 1 Jahr, Monat für Monate das gleiche Spiel … 

- Der Chef von AN 5 gibt einen Zeitrahmen für ein kleines Projekt vor, der nicht einhaltbar ist. AN 5 bittet um Besprechung damit intern geklärt werden kann, wie das nach außen zu verpacken ist – die Antwort ist ein klares nein und der Hinweis AN 5 müsse sich überlegen, ob er im Büro richtig sei, wenn er es nicht alleine schaffe … 

- AN 6 hat eine Praktikantin, die (und das sage ich zum ersten Mal so) absolut nix auf die Kette kriegt, ihn nur aufhält. Bitte um Personalgespräch beim Chef, wird verweigert, Lösungen werden nicht gesucht … 

- AN 7 wird gekündigt. Am nächsten Tag wird die Kündigung zurück genommen mit den lapidaren Worten es nicht so gemeint gewesen. Weitere Gespräche zum Thema werden verweigert …

- AN 8 erhält für kompetente Arbeit an einem realen Projekt keinen Lohn. Begründung: Es sei ja eine prima Referenz für ihn und mache sich doch gut in seinem Portfolio …

- AN 9 erhält nach der Kündigung nicht die ihm zustehenden Auszahlungen für Überstunden und nicht genommenen Urlaub. Einfach so, weil sein Chef keinen Bock hat zu zahlen … 

So – ich höre auf, es macht keine Sinn mehr aufzulisten!!!!
Jede/r kennt so Storys! Leute, die 1 oder 5 Jahre im Job sind, sind runter mit den Nerven wegen der Arbeitsatmosphäre, dem Betriebs-klima, den nicht vorhandenen Perspektiven,  geldtechnischer Unmöglichkeiten und insbesondere auch wegen der übertriebenen Härte – letztere wird nur beim Eishockey bestraft – das sollte geändert werden! 

Und es macht keine Sinn ein Theaterstück zu schreiben.
Es weiß doch eh jede/r was gespielt wird!

Ich muss was anderes machen …

- ne Gewerkschaft gründen – Schweden als Vorbild!
- ne Selbsthilfegruppe
- ein Forum eröffnen
- eine Beratungsfirma

… es ist alles nicht wirklich sinnvoll und vorwärtsbingend!!!

Ich werde weiter nachdenken und abwägen wie dem ganzen Scheiß endlich mal ein Riegel vorzuschieben ist!!!

Ich angepisst bis Anschlag!!!


Innenarchitektur wertet Architektur auf – Lampedo Berlin

24. Mai 2009

Gestern ging mir doch seit langem mal wieder mein Innenarchitektin-nen Herzchen auf – gaaanz weit auf – und mein Grinsen wird mir wohl vom Gesicht weg operiert werden müssen – es will einfach nicht weichen!!!

Showroom-Eröffnung in der Chausseestraße 104.

Chausseestraße runterradeln, BND Kräne, Autos, Staub und Lärm … 104, in der Toreinfahrt … graue Brandschutztür T90 (sorry, Fachfrauen-blick!), zweiflügelig, davon nur der rechte Flügel offen … Blick in eine andere Welt … unglaublich!

Die Bühne:
Gehe in einen absolut klischeehaftmäßigen ich-habe-keinen-Bock-mehr-weiter-zu-planen-Lagerraum: Vorderer Raumteil, vielleicht 6 m breit, 10 m lang, 5.50 hoch … dann die Biegung der Tiefgaragen-Abfahrt – ok, kann noch ein Gestaltungsmittel sein (war es aber bestimmt nicht …), darüber der Raum, über eine Treppe zu erreichen, niedrig und etwas breiter als der vordere Raum und somit vom Eingang aus nicht einschätzbar in der wirklichen Dimension. Linke Raumecke schräg – verkleidete Abwasserrohre? Unverkleidete Abwasserleitung-en an der Decke. Deckenrasterleuchten, möglicherweise neu in Reihe gehängt, doppelte Neonröhre sichtbar, Lichtfarben unterschiedlich, schrömmeligst. Und der absolute Oberhammer: Auf der „Empore“, an der Ecke Boden / Außenwand eine schräge Verkleidung in Fassaden-material – vermutlich läuft da die Entwässerung der Einfahrt zur Tiefgarage in den Raum und von dort weiter nach unten. Erinnert ein wenig an Beuys Fettecke in Sandsteinplatte. Schmale Oberlichter an der linken (Außen-)Wand – immerhin auch von innen aus hellem Holz!

Die Szene: 
Die Wände weiß gestrichen. Akzente in grau, z.B. an der schrägen Raumecke. Ein raumhoher Vorhang, blaugrundig mit messingfarbenen Ornamenten, bildet die rechte Raumbegrenzung.

Eine simple, grob zusammengehauene „Treppe“, weiß lackiert, führt vom Hauptraum hoch zur Galerie.

Große Teppiche auf den Böden , der Einfachheit halber: Orientteppiche.

Der Auftritt: 
Möbel überwiegend von Luisa & Ico Parisi. Schränke, Tische, Stühle, Schirmständer und eine Suppenterrine (ein Schaf! Himmlisch!!!). Waren mir völlig unbekannt (… wozu lässt man, das Kind eigentlich studieren …!) – aber sie haben mich sofort fasziniert und komplett umgehauen!!! Die Kombination von Hölzern, Metallen und Glas. Die Formen schlicht bis waghalsig. Allerbeste Schreinerdetails phantasievoll umgesetzt: Verzinkungen, Nuten, Zapfen, Fräsungen, Überplattungen. Gedrechsel-te Beine. Schlösser, die seitlich in der Tür angebracht sind. Griffe aus Metall, gebogen, gedengelt, gestanzt, in Kombination mit Holz gebracht. Beschläge, sichtbar, unsichtbar, auch noch-nie-gesehene vermutlich selbst entworfene. Ein Barfach mit Glasplatten und einer Verspiegelung die wie Pailletten glänzt. Schubladen mit Besteckfach – samtverkleidet in hellviolett. Sessel, Esstisch-Stühle, Arbeitstisch-Stühle, auf den ersten Blick scheinbar bekannt, mit Details und Proportionen die mir in der Kombination neu waren.

Und, und, und … meine Augäpfel konnten nicht still verharren und tanzten nur noch so von Möbelstück zu Möbelstück.

Die Möbel sind aus den 50-ern und 60-ern, gebraucht, das ist zu erkennen und … das ist auch gut so!

Sie werden auch nicht lange in der Kombination stehen bleiben, werden verkauft, es kommen Neue hinzu, es bleibt – hoffentlich laaaaange! – ein lebendiges Wohn-Zimmer …


Die erste Szene – Teil 2

16. Mai 2009

Als die Büroleiterin von ihrem Aufenthalt im Burj al Arab in Dubai erzählt sind die Bauherren sofort begeistert. Beide waren auch schon da und alle drei schwärmen vom Luxus und dem Restaurant, das mit dem U-Boot erreicht wird. Der Bauherrin fällt ein, dass das ja auch eine gute Idee für das neue Hotel sein könnte. Wenigstens ein riesengroßes Aquarium.

Über das Gesicht der Büroleiterin geht ein Zucken der Ablehnung. Sie lobt die Idee, leitet das Gespräch jedoch rhetorisch geschickt auf den Wellnessbereich, in dem ja sehr elegant und luxuriös das Thema „Meer“ umgesetzt werden wird. Sie erwähnt ausdrücklich den guten Geschmack und die phantasievollen Ideen, die beide Bauherren mit eingebracht haben. 

Leider erinnert sich das Pärchen gerade sehr deutlich an den Liebesurlaub im Burj al Arab und sie verfolgen die Idee des Aquariums begeistert. Immerhin steht das Hotel an der Ostsee, also sei der Bezug ja durchaus gegeben. Die Büroleiterin überschlägt innerlich die Mehrkosten und folglich das höhere Honorar, plant dann munter und gutgelaunt mit. Der Bauherr überstürzt sich mit Vorschlägen zu den technischen Möglichkeiten der Energierückgewinnung sowie der Beleuchtung des Aquariums und stellt sich VJ-Performances vor, die das Publikum aus ganz Europa anziehen könnten. 

Der Entwerfer versucht sich einzumischen. Erläutert in Worten, die den Bauherren offensichtlich völlig unverständlich sind, das Designkonzept des Hotels, welches seiner Meinung nach im Eingangsbereich und gerade auch im Restaurant sehr klar auf den Punkt gebracht sei. Ein Aquarium, als Denkmuster an sich, unterlaufe die Absicht des Entwurfs. Er ist  schwer schockiert und steht offensichtlich kurz vor einer Panikattacke . 

Die Büroleiterin befürchtet eine Design-Krise vor den Bauherren und schickt den Entwerfer neuen Sekt holen. Und sie zerstreut die Befürchtungen der Bauherrin, dass das Ganze wohl doch etwas über ihr Budget hinausgehen wird, mit dem Hinweis auf Kosteneinspar-ungen an anderer Stelle und den zu erwartenden Mehreinnahmen. Mit Worten, die aus Hochglanzbroschüren von Investmentfonds stammen könnten, malt sie die Zukunft des Projekts aus. 

Die Ausführungsplanerin ist genervt, weil die Planung wieder umge-schmissen wird, und tuschelt sofort lästernd mit der Praktikantin. Darin scheinen beide sehr geübt, auf ihren Gesichtern ist Freude und Spaß zu lesen, während die Worte bösartig und hart sind. 

Der ältere Planer kippt den Sekt – gibt ja nix anderes zu trinken! – auf ex, füllt das Glas nach und lässt die Flasche vorsichtshalber gleich bei sich stehen. Er kennt das Geschäft und seine KollegInnen, auch er verdient mit dem Projekt sein Geld. Dennoch: Er hat schon andere Zeiten erlebt. Die haben ihm besser gefallen. Da wurden Verträge noch auf Bierdeckeln geschrieben und zum Bier gab’s Schnittchen mit Wurst und Käse. 

Das Handy der Büroleiterin klingelt. Sie geht einen Schritt zur Seite. Der Chef ruft an und will wissen, wie es läuft … 

(Ich glaube, ich muss den Charakteren langsam mal Namen geben!)


Und wieder ein Grund das Stück zu schreiben!

10. Mai 2009

Gestern Abend hab’ ich mich mit ‘nem  Freund getroffen – fast mal mein Praktikant, jetzt „richtiger Architekt“, und zwar ‘n guter! – und wir unterhielten uns über seinen ersten Job.  Nach nicht mal einem halben Jahr im ersten Job ist „es“ schon bei ihm angekommen:

  • Satte Überstunden die nicht bezahlt werden, abgebummelt werden dürfen oder sonst in irgendeiner Art und Weise anerkannt werden. 
  • Geld für die Projekte fließt in ausreichender Anzahl (immerhin!) in die Bürokasse, was er als Projektleiter selbstverständlich sieht. 
  • Kosten die verdeckt, verschoben und manipuliert werden.
  • Qualifizierte Kollegen die neue Änderungsverträge kriegen, die sie annehmen müssen, weil die Marktsituation es angeblich so erfordere. 
  • Gadgets (sorry: Kleine, technische Geschenke die das Büro nix kosten ) vom Büro. Nett, leider so wie sie gemeint sind durchaus eine Beleidigung darstellen.
  • Immerhin gute Laune zwischen den KollegInnen und ansprechbarer Chef.

Er denkt darüber nach, sich in einem Ministerium zu bewerben. Das hat zwar unter Kreativen einen gewissen Ruf (sorry Kollegen und Kolleginnen – is’ einfach mal so) aber die Aussicht auf angemessene Bezahlung und geregelte Überstunden scheint verlockend zu sein.

Nach dem die Diskussion an diesem Punkt angelangt war, fand ich, wir sollten von Wasser ohne Geschmack auf Wasser mit Geschmack umsteigen und gleichzeitig die Lokalität und das Thema wechseln. Wir haben dann mal ein paar Whisky Sorten getestet – sehr leckere Single Malts. Ich würde ja gerne noch mal in diese Kneipe gehen – wenn ich nur wüsste wo sie war! ;-)